Fachwortlexikon


Abbeizen

Abbeizen ist das Entfernen oder Ablösen alter Farb- oder Lackbeschichtungen. Man unterscheidet zwei Arten von Abbeizern:
1) Lösemittelhaltige Abbeizer: Sie zerstören während der Einwirkphase den gesamten Anstrichfilm. Dieser wirft Blasen und kann jetzt mit Hilfe eines Spachtels entfernt werden. Die lösemittelhaltigen Abbeizer sind sowohl für Alkydharzlacke als auch für Acryllacke und Dispersionsfarben geeignet.
2) Alkalische Abbeizer: Diese wirken ausschließlich auf ölhaltigen Lacken wie z. B. Öllacke oder Alkydharzlacke. Hierbei werden die ölhaltigen Inhaltsstoffe in lösliche Stoffe umgewandelt und können vom Untergrund entfernt werden.

Abbeizmittel

Entsprechend DIN 55 945 ein alkalisches, saures oder neutrales Mittel, das auf eine trockene Beschichtung aufgebracht wird und diese so erweicht, dass sie entfernt werden kann. Abbeizmittel können flüssig oder pastenförmig sein. Die alkalischen Abbeizmittel werden auch "Ablaugmittel" und die neutralen (lösenden) Abbeizmittel auch "Abbeizfluide" genannt.

Abbinden, Abbindeverhalten

Bezeichnet ganz allgemein den Übergang vom flüssigen oder pastenförmigen in den festen Zustand. Dies kann physikalisch (z. B. durch Verdunsten von Lösemitteln oder Wasser), chemisch (z. B. durch Oxidation oder Polymerisation) oder auf kolloidchemischem Wege (z. B. durch Ausfällen einer Dispersion) geschehen. Je nach Art des Materials gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Abbindeverhalten im jeweils gewünschten Sinne zu beeinflussen: Veränderung der Temperatur, Zusatz von Additiven zur Beschleunigung oder Verzögerung, Variation in Schichtstärke, Druck u. a. Hierdurch kann auch die Abbindezeit gesteuert werden. Das Abbinden bzw. Festwerden von Mörtel, Gips oder Zement (Beton) wird zutreffender als "Erstarren" bezeichnet. Hierbei ist die Endhärte mit dem Festwerden noch nicht erreicht, sondern dieser Vorgang erstreckt sich - in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen - über einen mehr oder minder langen Zeitraum.

Abfallschlüssel

Nummernschlüssel (EWC-Code) der die Entsorgung einer Substanz oder Zubereitung festlegt (Richtlinie 91/689/EWG des europäischen Rates).

Ablauger

Ein Ablauger ist ähnlich einem Abbeizer zu verstehen. Der alte Farbanstrich wird chemisch so umgewandelt, dass er gelöst und entfernt werden kann. Ablaugenden Abbeizmittel enthalten alkalische Verbindungen, z.B. Natronlauge, Ammoniak und auch nichtionische Tenside. Dies kann die Holzstruktur schädigen, wenn das Holz zu lange im Laugebad verbleibt.  

Ablüftzeit

Gemäß DIN EN 971-1 auch Abdunstzeit genannt: Zeit, die zwischen dem Auftragen aufeinander folgender Beschichtungen (nass in nass) oder zwischen Auftrag und darauf folgendem Einbrennen oder Strahlungshärten zum Verdunsten des Großteils der flüchtigen Anteile erforderlich ist.

Absperrmittel

Auch als Isoliergrund oder Sperrgrund bezeichnet, sind filmbildende Voranstriche, welche die Einwirkung von Stoffen aus dem Untergrund auf eine Beschichtung (oder zwischen einzelnen Schichten eines Systems) verhindern sollen. Hierzu gehören z. B. das Durchschlagen von Nikotin- oder Wasserflecken, von Holzinhaltsstoffen aus Hartfaser- und Press-Spanplatten, astreichen und tropischen Hölzern oder von färbenden Bestandteilen der Deckschicht von Gipskartonplatten. Um ein Durchschlagen sicher auszuschließen müssen derartige Absperrmittel einen porenfreien Film bilden.

Acryl

Als Acryl werden in der Regel Acrylfugenmassen bezeichnet, die zum Füllen und Dichten von Dehnungsfugen (z. B. Tür- oder Fensterrahmen zur Wand) oder Spannungsrissen zwischen verschiedenen Materialien verwendet werden. Im Gegensatz zu Silikon ist Acryl geruchsneutral und kann später überstrichen werden. Zudem ist ein Aufbau mehrerer Schichten möglich. Jedoch besitzt Acryl eine geringere Haftung und Elastizität als Silikon und ist nur bedingt wasserabweisend, so dass sich in permanenten Nassbereichen ein Silikon empfiehlt.
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